Bei dem Treffen mit Liebhabern des deutschen Kinos und Interessierten an diesem Thema entführte Igor Sadreev die Zuhörer in die Welt des deutschen Films jenseits der Leinwand. Es war kein akademischer Vortrag, sondern eine Reise in die seltsame, faszinierende und einzigartige Welt des deutschen Kinos – von den stummen Meisterwerken der 1920er Jahre bis zu den Blockbustern des 21. Jahrhunderts. Igor Sadreev erzählte, wie Nabokov in Berlin bei Filmstudios vorstellig wurde und davon träumte, mit einem Drehbuch über die Liebe eines Zwerges reich zu werden, wie der Schöpfer des großen „Metropolis“ auf Goebbels traf und ein Angebot erhielt, das er nur durch die Flucht aus dem Land ablehnen konnte. Wir erfuhren, welchen Film Stierlitz sechsmal gesehen hat, was die Deutschen jedes Jahr zu Silvester schauen, warum Regisseur Werner Herzog von München nach Paris zu Fuß ging (das sind 775 km!) und warum die bayerische Erotikkomödie in der UdSSR ein Untergrundhit wurde. Außerdem wissen wir jetzt, welcher Film Angela Merkels Lieblingsfilm ist, was der Erzbischof von Köln alles empört von sich gab – und wo die filmreifsten Gurken wachsen.
Igor Sadreev
Dokumentarfilmregisseur, Produzent und Showrunner. Von Beruf Journalist, war er Chefredakteur des Moskauer Internetportals The Village und des Magazins Esquire Russia. Mitbegründer und kreativer Produzent der Dokumentarfilmproduktionsfirma Amur Waves. Seit 2023 lebt und arbeitet er in Berlin. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören der Film „Der Sohn“ über Nikita Michalkow, „Der weiße Mantel“ über Walerija Nowodworskaja sowie die Dokumentarserie „Das Ende des Regimes“ nach dem gleichnamigen Buch von Alexander Baunow. Außerdem arbeitet er als Chefredakteur für den Sender „Radio Dolin“, der vom Filmkritiker Anton Dolin betrieben wird.